Kolibri & Seesterne

                                                                                 © S. Zeller

Eines Tages brach ein Waldbrand aus.

Bestürzt sahen die Tiere dem Wüten des Feuers zu. Nur ein kleiner Kolibri flog umher und holte ein paar Tropfen Wasser, die er aus seinem Schnabel auf die Flammen fallen ließ.

Nachdem das Gürteltier seinem Treiben einige Zeit zugesehen hat, rief es zornig: Kolibri, bist du verrückt? Mit deinen paar Tropfen Wasser wirst du das Feuer niemals löschen!

Der Kolibri sah ihm in die Augen und sagte: Kann sein. Aber ich tue, was ich tun kann.

Indianische Legende


Du kannst etwas ändern.

Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. 

Am Strand lagen aber unzählige Seesterne, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer. 

Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: „Du dummer Junge! Was du da machst, ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!“

Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer.

Zu dem Mann sagte er: „Für ihn wird es etwas ändern!“

VerfasserIn unbekannt